Eine Pferdegeschichte - von Dr Katrin Schmid - Gut Kanzelhof in Maria Lanzendorf
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Mein erster Kontakt:
Das wichtigste in meinem Leben sind seit ihrer Geburt meine zweijährigen Zwillinge Arthur und Maximilian, die auch viel Zeit brauchen. Im Juli 2007 kam plötzlich mein Pferd auf mich. Mein Mann hat, nachdem wir einen jahrelang verpachteten Stall zurückübernommen hatten, Jersey für einen sich plötzlich auflösenden Schulbetrieb gekauft. Das Pferd hatte sich während dieser Zeit an der tiefen Beugesehne rechts vorne verletzt, und nachdem ihn keiner mehr wollte, war die Alternative der Fleischer?Ich selbst bin als junger Teenager ca. vier Jahre lang geritten, dann waren andere Dinge interessanter und die Reitställe zu weit weg von zu Hause.
Da stand ich nun, mitten im Sommer, mit zwei kleinen Kindern und einem Pferd, das nicht nur verletzt war, sondern von dem mir alle, die das Pferd je unter einem Reiter gesehen haben, abrieten. Ein Buckelmonster, das schon "echte Männer" abgesetzt hat. Eigentlich war das ganze ein Himmelfahrtskommando. Ich hatte keine Ahnung von Pferden, keine Zeit und aufgrund all der Geschichten blanke Angst vor dem Tier. Liebenswerter Weise haben mir dann im Stall einige geholfen, das Pferd zu bewegen. Er sollte mit einigen runden Schritt beginnen; sagte der Tierarzt... Ich werde nie vergessen wie Ines, die mir so geduldig zur Seite stand, in brütender Hitze, auf dem staubenden Longierzirkel "fest saß" und der liebe Jersey wie verrückt über eine halbe Stunde um sie herum gallopiert ist, ohne auf irgendein Kommando zu hören.
Auch Putzen war jedes Mal ein Erlebnis, er hat mir unzählige Halfter abgerissen, sobald ich ihn angebunden habe. Diese Erfahrungen, kombiniert mit all den was ich sonst von dem Pferd gehört hatte, ließen mich verzweifeln. Jemand im Stall hatte dann die glorreiche Idee einmal für sein Pferd eine Craniosakraltherapeutin zu rufen. Da ich ja ohnedies keine Ahnung hatte was ich mit meinem Pferd machen sollte, habe ich mich angeschlossen. Sie kam dann auch tatsächlich und hat bemerkt welchen Respekt ich entwickelt habe, sobald sich Jersey auch nur zwei Millimeter bewegte.
Es war ein klarer Fall von Autoritätsproblemen.
Daraufhin meinte sei ob ich es nicht einmal mit Pat Parelli versuchen wollte und sie hätte da einmal Andrea Loidl gesehen und das ganze wäre genau das was ich bräuchte. Mir war völlig unklar wer nun Pat Parelli sein sollte und bin dann über google auf Andrea gestoßen, der ich dann mit viel Mut ein Mail schickte.Ich war im Glauben einen völlig abgehobenen Guru zu kontaktieren, nur zu diesem Zeitpunkt war mir schon klar, dass es entweder mit fremder Hilfe klappt oder Jersey muss weg.
Andrea kam. Sie war nicht der Guru den ich mir erwartet hatte, sondern jemand mit dem man wirklich toll zusammenarbeiten kann.
Ich habe gelernt, dass die Arbeit mit Pferden, die wenig Gutes in ihrem bisherigen Leben erfahren haben, sehr viel Zeit braucht. Es ist Zeit die ich habe und die ich gerne investiere, da es für mich völlig unerheblich ist wielange es noch dauern wird bis wir gemeinsam tolle Dressuraufgaben lösen. Für mich ist mein Pferd meine Freizeit, mein Abstand zum Alltag und mein Spiegel. Es hat sechs Monate gedauert, bis ich zum ersten Mal auf meinem Pferd gesessen bin. Wir haben viel in dieser Zeit gelernt; Jersey musste sehr viel Vergangenheit verarbeiten und muß es immer noch.
Ohne Andrea hätte ich ihn wahrscheinlich nicht behalten können, ich bin überzeugt davon, dass wir nicht soweit gekommen wären.
Sie hat mir gezeigt wie wichtig es ist Zeit zu haben und Zeit zu geben.
Für mich als Stallbesitzerin wäre es schön möglichst viele Menschen zu finden, die ein ebensolches Ziel verfolgen.
Ich würde mich jederzeit über Kontakt mit euch freuen!



